Zivilgesellschaftliche Medienregulierung

beltz.jpgGut ein Jahr nach der Tagung “Medien- und Zivilgesellschaft“, die im Februar 2011 an der Hochschule für Philosophie in München stattgefunden hat, liegt nun ein Sammelband mit indentischem Titel vor. Das von Alexander Filipovic, Michael Jäckel und Christian Schicha herausgegebene Buch dokumentiert die Ergebnisse der Tagung und eröffnet gleichzeitig die Schriftenreihe “Kommunikations- und Medienethik”, die ab sofort im Verlag Beltz Juventa erscheint. Neben zahlreichen anderen Aufsätzen ist auch ein Beitrag von Janis Brinkmann, Andreas Sträter und mir enthalten, in dem wir einige Befunde aus unserem internationalen Forschungsprojekt “Media Accountability and Transparency in Europe” (MediaAcT) vorstellen. Der Titel des Textes lautet “Zivilgesellschaftliche Medienregulierung. Chancen und Grenzen journalistischer Qualitätssicherung durch das Social Web”. Aus dem Abstract:

Während traditionelle Instrumente der Medienselbstregulierung in Deutschland unter einem chronischen Aufmerksamkeitsdefizit leiden, bringt das Social Web frischen Wind in die gesellschaftliche Diskussion über Qualität im Journalismus: In Blogs, via Twitter und auf Sozialen Netzwerkplattformen wie Facebook tauschen sich Rezipienten über Fehler und Unzulänglichkeiten der etablierten Massenmedien aus und ziehen journalistische Akteure damit zur Rechenschaft. Mit Hilfe einer qualitativen Expertenbefragung lotet der Beitrag die Potenziale einer journalistischen Qualitätssicherung durch das Social Web aus. Es zeigt sich: Wenigstens fallweise können Medienblogs und Co. durch eine verstärkte Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure einen erheblichen Einfluss auf den professionellen Journalismus erwirken und damit die Möglichkeiten einer brancheninternen Medienselbstregulierung erweitern. Ein funktionsadäquater Ersatz dafür sind sie jedoch nicht. Eine spürbare Wirkung erlangen dezentral organisierte Online-Instrumente der Media accountability vor allem dann, wenn sie sich untereinander vernetzen und auch im Verbund mit etablierten Formen der journalistischen Qualitätssicherung auftreten, denn nur so erreichen sie das für ihr Anliegen notwendige Maß an Öffentlichkeit.

Weitere Informationen zum Sammelband gibt es hier!

Call: Networks of transnational and transcultural communication

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As everyday life is changing in an era of growing digitalization and internationalization, “network” has become a catchword in the description of current communication processes: People are employing web-based networking platforms to exchange information and organize their social interactions (sometimes with considerable effects on other social entities, as the recent revolts in North Africa and the Middle East have demonstrated); network organizations, often encompassing different geographical areas and sometimes even the whole globe, are reshaping the patterns of economic relations; social structures in general are transforming themselves into an entity that Manuel Castells calls the “network society”. The idea of communication as a network seems particularly promising in the field of transnational and transcultural communication research. However, despite inflationary use of the term “network” in various analytical contexts, its application in communication and media studies remains vague in most instances, often being stuck in a merely metaphorical meaning of the term which blurs the theoretical concepts that stand behind it.

Which potentials and pitfalls may the network approach entail for the study of transnational and transcultural communication processes? Which scenarios of cross-border communication – e.g. from the fields of journalism studies, political or organizational communication, media economics, sociology of or computer-mediated communication – really deserve to be called a network? Which methodological challenges need to be tackled in transcultural and transnational network analyses? And what does “network” actually mean – and how does it relate to alternative terms and concepts, such as hybridity, translation, connectivity and the public sphere? These questions serve as landmarks for the 2012 conference of the International and Intercultural Communication section of the German Communication Association (DGPuK).

The conference carries the title “Networks of transnational and transcultural communication: Concepts in theory, methodology and research” and will take place from November 22-24, 2012. It will be hosted by the Erich Brost Institute for International Journalism at TU Dortmund University. Submissions for the conference should be made in English and must be sent to the organizers no later than June 1, 2012.

More detailed information about the aims of the conference and the submission process can be found in the full Call for Papers.

Theoretisch praktisch!? - das Buch

theoretisch2.jpgKnapp zehn Monate nach dem Ende der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Dortmund liegt nun der dazugehörige Tagungsband vor. Ich dokumentiere im Folgenden einen längeren Auszug aus der (von Susanne Fengler und mir verfassten) Einleitung des Bandes. Die Passagen geben einen guten Überblick über die insgesamt 20 Aufsätze, die wir aus dem reichhaltigen Tagungsprogramm zur Veröffentlichung ausgewählt haben, und machen hoffentlich Lust auf mehr. Das Buch mit dem Titel “Theoretisch praktisch!?”, Band 39 der Schriftenreihe der DGPuK im Universitätsverlag Konstanz, gliedert sich in vier Hauptteile:

Teil 1: Kommunikations- und Medienforschung in der Mediengesellschaft

Der vorliegende Tagungsband bündelt zentrale Ausschnitte aus den Diskussionen der Dortmunder Jahrestagung – und lädt mit dem Beitrag von Peter Weingart zunächst dazu ein, das Thema aus einer Meta-Perspektive zu reflektieren. Peter Weingart hat sich in den vergangenen Jahren in zahlreichen Schriften mit dem Verhältnis von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit auseinandergesetzt. Er untersucht die Folgen der Medialisierung für die Wissenschaft – und wie die Wissenschaft, trotz steigenden Drucks, sich über die Massenmedien an zunehmend heterogene Publika zu richten, und trotz ihrer Abhängigkeit von gesellschaftlichen Ressourcen, ihre Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Leistungsfähigkeit bewahren kann. Welche (potentiellen) Folgen hat dieser Strukturwandel der Wissenschaftsöffentlichkeit in der Mediengesellschaft für unsere Wissenschaft, die sich mit eben dieser Mediengesellschaft, mit Medienakteuren, -inhalten und -publika, auseinandersetzt? Die Medien sind reflexiver geworden, resümiert Weingart mit Blick auf aktuelle Debatten – und schreibt in seinem Beitrag weiter: „Angesichts der erwähnten Wirkung der Medien […] wird die Medien- und Kommunikationswissenschaft unversehens zu einer Schlüsseldisziplin der Sozialwissenschaft.“ Bezüglich des Verhältnisses des Fachs zu den Medien warnt Weingart vor einer „diffusen Sehnsucht nach medialer Aufmerksamkeit“, weist aber zugleich auf die Dringlichkeit von maßvoller Öffentlichkeitsarbeit hin:

„Die Beachtung einer Disziplin bzw. eines Forschungsgebiets durch die Medien gilt […] als Erfolgsrezept für die Zuwendung öffentlicher Mittel. Der Mechanismus scheint klar zu sein: Wahrnehmung in den Medien bedeutet Wertschätzung in der Öffentlichkeit, die sich in politische Zustimmung und schließlich – durch die Entscheidung der Abgeordneten – in die Zuweisung von Mitteln übersetzt. Das entspricht der Funktionsweise des demokratischen Prozesses. Folglich sind die Disziplinen gut beraten, sich medial gut zu verkaufen.“

Hier knüpft der DGPuK-Vorsitzende Klaus-Dieter Altmeppen an, der in seinem Beitrag Strategien für eine künftig stärkere Institutionalisierung der Medienarbeit der Fachgesellschaft entwickelt – und zugleich an die vielen in Gremien, Verbänden und Kommissionen engagierten Kolleginnen und Kollegen appelliert, neben ihren eigenen Forschungsinteressen und -institutionen auch die Belange der Fachgesellschaft stärker als zuvor zur Geltung zu bringen.

Teil 2: Zum Einfluss der Kommunikations- und Medienforschung auf politisches Handeln

Wie Ergebnisse der Medien- und Kommunikationsforschung inzwischen die Medienpolitik prägen, wird im zweiten Hauptteil dieses Bandes ausgeführt. Natascha Just und Manuel Puppis beschreiben unter Rückgriff auf Paul F. Lazarsfeld den gegensätzlichen Zugang, den Forscher zum Feld wählen können: administrative Forschung im Auftrag von Akteuren der Medienpolitik versus kritische Forschung, die bestehende Strukturen grundsätzlich in Frage stellt. Just und Puppis zufolge kann universitäre Forschung hier eine Sonderrolle einnehmen, da sie

„durch ihre größere Unabhängigkeit von Interessengruppen zumindest im Idealfall in einer einmaligen Position [ist], um auch neue und unbequeme Fragen aufzuwerfen, die von gesellschaftlicher Bedeutung sind. Auch wenn Politiker und Regulierungsbehörden nicht immer auf Forschung warten, die über das politisch Machbare und Umzusetzende hinausgeht: Der Raum des Möglichen wird dadurch erweitert, und alternative Lösungen werden denkbar“.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, fordern Just und Puppis von der Medienpolitik-Forschung gesellschaftliche Relevanz, theoretische Fundierung und methodische Kompetenz.

Ihr Argument, dass gerade im Bereich der Medienpolitik – mit den damit verbundenen Gefahren der politischen Instrumentalisierung – erhöhter Bedarf an Selbstreflexion besteht, nehmen Gabriele Siegert, Loris Russi, M. Bjørn von Rimscha und Ulrike Mellmann in ihrem Beitrag auf, der die aus der Ökonomik stammende Prinzipal-Agent-Theorie auf Kommunikationswissenschaftler anwendet. Informationsasymmetrien, Unsicherheit und Zieldivergenz prägen das Verhältnis von Wissenschaftler und Auftraggeber, wenn Akteure aus der Medienpolitik Forschungsaufträge vergeben. Ein Beispiel:

„Regulierer erwarten typischerweise allgemeinverständliche und politisch neutrale Projektberichte mit konkreten regulatorischen Handlungsoptionen, die anschlussfähig an laufende Branchen- und politische Diskurse sind. Die Forschenden wollen jedoch die Daten und Ergebnisse auch in wissenschaftlichen Publikationen verwerten und damit an laufende Fach-Diskurse anschließen“.

Siegert et al. entwickeln Lösungsvorschläge, um den für Prinzipal-Agent-Beziehungen typischen Problemen des Moral Hazard und der Adverse Selection zu entgehen, weisen aber zugleich auch auf die Gefahr von Reputationsschäden nicht zuletzt für die Forscher hin, wenn Akteure der Medienpolitik die ihnen zur Verfügung stehenden journalistischen Kanäle nutzen, um Forschungsergebnisse – interessengeleitet – zu diskreditieren.

Stoyan Radoslavov und Barbara Thomaß nehmen die breite Debatte um den Drei-Stufen-Test der Online-Angebote der öffentlichen-rechtlichen Sender in Deutschland zum Anlass, um danach zu fragen, ob die Kommunikationswissenschaft ihr Potential, sich sowohl mit empirischer Forschung als auch normativen Positionen in die medienpolitische Diskussion einzubringen, genutzt hat. Radoslavov und Thomaß strukturieren die rund um das Thema Drei-Stufen-Test entstandene wissenschaftliche Literatur und arbeiten die zentralen Argumente heraus – ebenso wie die nach wie vor existenten Leerstellen:

„Was […] sind die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse einer Gesellschaft? Werden sie im Rahmen des Funktionsauftrages erfüllt? Es wird zu Recht erwartet, dass diese Fragen ihre Antworten auf der inhaltlichen Ebene der einschlägigen wissenschaftlichen Debatte finden.“

Dennoch ziehen sie ein positives Fazit:

„Im Rahmen der Debatte um den Drei-Stufen-Test der öffentlich-rechtlichen Rundfunkangebote in Deutschland fand eine beachtliche Interaktion zwischen Wissenschaft und Medienregulierung statt. Beide Systeme tauschten aktiv Erkenntnisse und Grundannahmen.“

Matthias Künzler, Manuel Puppis und Otfried Jarren untersuchen für die Schweiz das Wechselverhältnis von Medienpolitik und Medienpolitik-Forschung: Wann und wie hat die Medienpolitik-Forschung medienpolitische Entscheidungen in der Schweiz beeinflusst – und welche Rückwirkungen haben sich hierdurch auf die Fachentwicklung der Medien- und Kommunikationsforschung in der Schweiz ergeben? Die Autoren beschreiben zunächst grundsätzlich die Funktionen wissenschaftlicher Politikberatung und analysieren dann 50 Jahre kommunikationswissenschaftlicher Medienpolitikberatung in der Schweiz. Ihr Fazit: Ein erheblicher Anteil der von den Forschern mit entwickelten Maßnahmen wurde von der Politik zumindest teilweise umgesetzt. Zugleich konnte das Fach profitieren: Seit den 1970er Jahren wurde in der Schweiz die kommunikationswissenschaftliche Forschung an den Hochschulen stetig ausgebaut.

„Diese Institutionalisierung lag jedoch nicht nur im Eigeninteresse des Fachs: Die Medienpolitik hatte einen wissenschaftlichen Beratungsbedarf und war bereit, zu diesem Zweck den Ausbau des Fachs zu fördern.“

Sascha Trültzsch und Christine W. Wijnen schließlich geben Beispiele für die praktische Relevanz medien- und kommunikationswissenschaftlicher Forschung im Bereich der Kinder- und Jugendmedienpolitik. Sie stellen zentrale Ergebnisse der Forschung zur Mediennutzung und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen vor und leiten daraus Empfehlungen für die Medienpraxis ab. Wie diese wiederum von politischen Akteuren und im Bereich der Medienpädagogik engagierten Institutionen umgesetzt wird, zeigen sie anhand von konkreten Projekten und Initiativen auf.

Teil 3: Zur Resonanz der Kommunikations- und Medienforschung in den Öffentlichkeitsberufen

Die in Abschnitt 3 versammelten Beiträge geben einen breit gefächerten Überblick, welche Funktionen kommunikationswissenschaftliche Modelle und Theorien für den Alltag in den Kommunikationsberufen, vor allem in Journalismus und Organisationskommunikation, erfüllen können. Inwiefern erlauben etablierte und innovative Theorieansätze einen (kritischen) Zugriff auf die soziale Praxis der Medien? Welche Forschungsprojekte könnten exemplarisch für Kurt Lewins Diktum stehen, dass „nichts so praktisch ist wie eine gute Theorie“?

Hans-Jürgen Bucher stellt eine empirische Studie vor, in der er – aufbauend auf die Forschung zu Lokaljournalismus und Medienqualität – experimentell die Qualitätskriterien von Rezipienten bei der Beurteilung lokaler Fernsehprogramme untersucht und hierbei insbesondere durch eine Blickaufzeichnungsstudie zu aufschlussreichen Ergebnissen kommt. Buchers Ziel ist es, publizistische Maßstäbe für die Gestaltung lokalen Fernsehens zu ermitteln, das bislang in der Qualitätsforschung vergleichsweise selten beachtet wurde.

Cornelia Wolf wiederum gibt Einblicke in eine Nutzerstudie, die sie in Kooperation mit einem regionalen Zeitungshaus durchführt hat; verglichen wurde die Nutzung des Webangebots durch Abonnenten versus Nicht-Abonnenten. Neben den inhaltlichen Ergebnissen sind insbesondere ihre Anmerkungen über Probleme im Forschungsablauf aufschlussreich. So griff der Auftraggeber – offenbar in Unkenntnis empirischer Forschungsmethoden, aber auch aus Furcht vor einem Loyalitätsverlust der Nutzer – mehrfach in die Gestaltung des Fragebogens ein. Eine effiziente Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis gelinge jedoch nur, „wenn die Kooperation als ergebnisoffener Prozess“ angegangen und nicht als „reine Legitimations- oder Durchsetzungsforschung“ instrumentalisiert wird. Wolfs Fazit:

„Damit Kooperationen zwischen universitärer Kommunikationsforschung und regionaler Medienpraxis für beide Seiten fruchtbare Ergebnisse liefern, müssen […] im Vorfeld klare Absprachen getroffen werden. […] Gegenseitige Transparenz und eine Kooperation auf Augenhöhe sind unabdingbare Voraussetzungen.“

Über ein neues journalistisches Feld berichtet Martin Krieg: In seinem Beitrag „Appsolut praktisch?!“ gibt er einen Überblick über die vorliegende Literatur zur mobilen Mediennutzung und untersucht sodann mobile Medieninhalte und die Rezeption mobiler Medien. Aus einer Blickaufzeichnungsstudie leitet er Empfehlungen zur Gestaltung von Nachrichtenangeboten auf Smartphones und Tablet-PCs ab, die auch für Medienhäuser von großem Interesse sein dürften.

Ingrid A. Uhlemann vergleicht unter Rückgriff auf eine Inhaltsanalyse von Nachrichtenagenturen den praktischen Nutzen von unterschiedlichen Ansätzen der Nachrichtenwert-Forschung – ausgehend von der Beobachtung, dass viele der vorliegenden Modelle zu komplex sind, um die in der Praxis meist sehr schnell erfolgenden redaktionellen Entscheidungsprozesse angemessen widerzuspiegeln. Auf der Suche nach einer „,theoretisch praktischeren‘ Lösung“ entwickelt Uhlemann hieraus ein vereinfachtes Nachrichtenwertmodell, das „der tatsächlichen Praxis von Journalisten möglicherweise deutlich näher kommt“.

Über die Reaktionen der Medienpraxis auf die in ihrem Jahrbuch ‚Qualität der Medien‘ formulierte – empirisch untermauerte – Kritik an den Leistungen des Schweizer Journalismus berichten wiederum Patrik Ettinger, Kurt Imhof und Mario Schranz: Die Forscher haben ihre Medienresonanzanalysen auf die Rezeption des von ihnen als Beitrag zur Förderung des Qualitätsbewusstseins von Publikum und Medienmachern gleichermaßen konzipierten Jahrbuchs ausgeweitet. Ergebnis: Die Studie wurde in Print- und Radio-Qualitätsmedien sowie in Medienblogs vertieft und kritisch analysiert, während gerade die Online-Publikumsmedien die Stichworte der Pressemeldung weitgehend unverändert übernahmen.

„Damit hat ironischerweise das Qualitätsdefizit der Medien wesentlich dazu beigetragen, dass die Resultate zum Qualitätszustand der Schweizer Medien breite und unwidersprochene Resonanz fanden“,

bilanzieren die Forscher – die allerdings auch von harschen Reaktionen des Verlegerverbands berichten, der sich u. a. durch Kritik am empirischen Vorgehen der Forscher publizistisch gegen die Thesen des Jahrbuchs zur Wehr zu setzen suchte.

Susanne Fengler und Julia Jorch loten in ihrem Beitrag die Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Forschung und Praxis im Bereich der Medienentwicklungszusammenarbeit aus – einem von der Kommunikationswissenschaft noch wenig beachteten, politisch aber zunehmend relevanten Bereich. Da die derzeit vorhandene Literatur zur Medienentwicklungszusammenarbeit (MEZ) beinahe gänzlich von den Akteuren der MEZ selbst dominiert wird, ist eine externe kommunikationswissenschaftliche Analyse ihrer Ansicht nach umso dringender. Die Autorinnen geben zudem Einblick in ein von ihnen durchgeführtes Forschungsprojekt zur Evaluation von MEZ-Programmen, das – anders als in der MEZ-Praxis bislang üblich – systematisch auf quantitative Methoden zurückgreift und in der Frage des Impacts die Mesoebene journalistischer Organisationen in den Vordergrund rückt.

Claudia Auer und Kathrin Schleicher berichten in ihrem Beitrag über ein DFG-Projekt zur Kommunikation und Medienarbeit des Bundesministeriums der Verteidigung und reflektieren dabei insbesondere die Problematik des Zugangs zu dem zu untersuchenden Praxisfeld. Die – einer gänzlich anderen Kommunikationskultur als die Wissenschaftler entstammenden – Militärs mussten zunächst von der Sinnhaftigkeit des Projekts überzeugt werden, schlussendlich profitierten jedoch gerade auch die Praktiker von der wissenschaftlichen Analyse:

„Durch diese Reflexion, die von einer Person außerhalb der Organisation betrieben wird und daher hier externe Reflexion genannt werden soll, entsteht für die Organisation ein unmittelbarer Nutzen, da die Ressourcenausstattung der betreffenden Organisation eine solche Evaluation häufig nicht erlaubt und zudem oftmals die Kompetenz fehlt, um eine komplexe Analyse durchzuführen.“

Zugleich erhöhte sich bei den Befragten im Zuge der durch die Forschung angestoßenen internen Reflexionsprozesse deren Problembewusstsein – in der Folge nahmen sie teils sogar konkrete Strukturveränderungen in der Organisation in Angriff.

Constanze Rossmann schließlich stellt ein Forschungsprojekt vor, das u. a. die Rolle der Medien bei Kampagnen zur Gesundheitsförderung untersucht, und beschreibt, wie gerade diese komplexen und anspruchsvollen, da auf eine für die Betroffenen mühevolle Änderung ihres Lebensstils abzielenden Kampagnen unter Berücksichtigung des Wissensbestands der Medienforschung optimiert werden können.

Teil 4: Theorie und Praxis in der Kommunikations- und Medienforschung: Rückblicke – Ausblicke

Der mit „Rückblicke – Ausblicke“ überschriebene Teil 4 wird von einem längeren Text eröffnet, der das von Gerhard Vowe konzipierte und in Dortmund viel beachtete Plenumspanel „Gelebte Synthesen“ zusammenfasst. Wolfgang R. Langenbucher, Stephan Ruß-Mohl, Hans Mathias Kepplinger, Hartmut Wessler und Frank Marcinkowski ziehen hier Bilanz, welche Bedeutung die ‚Praxis‘ in den Biographien von fünf für die Kommunikationswissenschaft zentralen Forschern – Paul F. Lazarsfeld, Emil Dovifat, Elisabeth Noelle, Jürgen Habermas und Niklas Luhmann – hat(te). Die Beiträge verdeutlichen, wie selbstverständlich manchem dieser Fachvertreter praktisches Engagement war – machen aber auch klar, wie unterschiedlich die Erfahrungen der Genannten mit Politik und Öffentlichkeit verliefen.

Ebenfalls einen Rückblick auf über sechs Jahrzehnte Fachgeschichte – diesmal aus wissenschaftssoziologischer Perspektive – unternimmt Christian Schäfer. Er beschreibt zunächst Reputation, Öffentlichkeit, Mittelausstattung und Evaluationsergebnisse als die vier „Währungen wissenschaftlichen Erfolgs“ – und analysiert im Anschluss daran, als wie ‚erfolgreich‘ die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Deutschland seit 1945 zu bewerten ist. Während Schäfer für das Fach eine schwankende Reputation konstatiert und nur einzelnen Fachvertretern Öffentlichkeitsgewinne attestiert, bewertet er die Entwicklung im Bereich von Mittelausstattung und Evaluationsergebnissen als positiv – und damit mittelbar auch der Reputation des Fachs zuträglich.

Am Schluss des Buches stehen Ausblicke: Matthias Rath fragt, ausgehend von der eingangs erwähnten Forderung des Wissenschaftsrats, danach, wie eine medienethisch fundierte Politikberatung durch Kommunikationswissenschaft ausgestaltet sein könnte und diskutiert dies am Beispiel politischer Skandale. Soll sie „instrumentell-funktionalistisch“ sein (was seiner Ansicht nach die Beratungsleistung der Kommunikationswissenschaft sein könnte) oder „normativ-ethisch“ (was der Ansatz der Medienethik wäre)? Rath plädiert gegen einen „normativen Taylorismus“ und sieht eine – eigenständige – Medienethik als „Korrektiv auch der technischen Kritik“ durch die Kommunikationswissenschaft.

Christoph Neuberger schließlich stellt die Ergebnisse der ersten bundesweiten, von der DGPuK koordinierten Absolventenstudie vor, die u. a. der Frage nachgeht, inwieweit sich Absolventen der verschiedenen Studiengänge unseres Fachs hinreichend auf die Berufspraxis vorbereitet fühlen. Dies war für die untersuchten Jahrgänge vor allem für Diplom-Kandidaten der Fall, während Bachelor-Absolventen eine mangelnde Akzeptanz des Abschlusses in der Medienpraxis wahrnahmen und sich daher vermehrt für ein Master-Studium entschieden.

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Die Beiträge des Buches zeigen, dass die Kommunikations- und Medienforschung im deutschen Sprachraum über eine bemerkenswert breite Palette an Anwendungsoptionen verfügt. Dass wenigstens ein Teil davon auch tatsächlich realisiert wird, mag als willkommener Beleg für die (theoretisch gegebene) Nützlichkeit und Verwertbarkeit des in unserer Disziplin generierten Wissens dienen. Ebenso deutlich belegen die Beiträge jedoch auch, dass manche der eingangs skizzierten Barrieren zwischen Kommunikationsforschung und gesellschaftlicher Praxis bestehen bleiben oder kontrovers diskutiert werden. In diesem Sinne versteht sich der vorliegende Band, ebenso wie die ihm zugrunde liegende Tagung, als aktuelle Standortbestimmung zur Frage der gesellschaftlichen Verantwortung von Kommunikations- und Medienforschung, nicht als abschließende Bewertung. Das Thema bleibt relevant.

Mehr dazu in:

Susanne Fengler, Tobias Eberwein & Julia Jorch (Hrsg.) (2012): Theoretisch praktisch!? Anwendungsoptionen und gesellschaftliche Relevanz der Kommunikations- und Medienforschung (= Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Band 39). Konstanz: UVK.

Weitere Informationen zum Tagungsband finden sich auf der Verlagshomepage.

Partizipativer Journalismus – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

jojo-1-2012-klein.jpgDer Begriff Partizipation ist in den vergangenen Jahren zu einem vermeintlichen Zauberwort geworden – nicht nur im politischen Diskurs, sondern auch im Journalismus. Vor dem Panorama der Werbe- und Medienkrise werteten viele Beobachter die stärkere Einbindung der Nutzer als Wundermittel im Kampf gegen die Erosion redaktioneller Ressourcen. Was genau jedoch unter sinnvoller Nutzerpartizipation zu verstehen ist, blieb vielen der beteiligten Akteure dabei unklar. Viele Verlagshäuser verordneten sich ein “Mitmachen beim Mitmachen”, häufig jedoch ohne zielgerichtete Strategie. “Irgendwas 2.0″ nennt Thorsten Quandt derartige Vorstöße. Liest man seinen Beitrag in der neuen Ausgabe des “Journalistik Journals” (JoJo), eine pointierte Zusammenfassung einer internationalen Vergleichsstudie zum Status quo des Mitmach-Journalismus, wirkt Partizipation eher wie ein “Plastikwort”, eine jener “sprachlichen Attrappen” also, die sich mit Uwe Pörksen auf alles anwenden lassen, im Inneren jedoch leer bleiben. Von Zauber keine Spur!

Das neue JoJo-Themenheft möchte dazu beitragen, die Diskussion über Partizipation im Journalismus zu systematisieren – und ihr dadurch zu ein wenig mehr Sub­stanz verhelfen. Dazu gehört nicht nur eine grundsätzliche Beschäftigung mit Begriff und Gegenstand des partizipativen Journalismus, wie Sven Engesser sie anbietet. Dazu gehört auch eine Auseinandersetzung mit der historischen Dimension des Themenfeldes. Denn Mitmach-Journalismus ist keineswegs ausschließlich an netzbasierte Anwendungen wie Weblogs, Wikis, Video- oder Netzwerkplattformen gebunden. Wie vor allem Thomas Birkner und Wiebke Loosen zeigen, gab es User Generated Content schon lange vor dem Aufkommen des Web 2.0: “Jahrhunderte der Mediengeschichte wären ohne die aktive Partizipation von Bürgern in den Medien gar nicht möglich gewesen. Im Jahre 1899 bat beispielsweise die Berliner Illustrierte Zeitung ihre Leser darum, Fotos … einzusenden – bei Veröffentlichung gab es dafür 200 Mark.” Und auch der klassische Leserbrief, das Hörer-/Zuschauertelefon und die Offenen Kanäle waren (und sind) etablierte Plattformen der Nutzerbeteiligung, die nicht erst auf die Verbreitung des Internets warten mussten, um ihre unbestrittenen Potenziale unter Beweis zu stellen.

Unbestritten ist allerdings auch, dass die Partizipationsbarrieren durch die technischen Möglichkeiten des Internets heute so niedrig wie nie zuvor sind. Insofern ist es lohnenswert zu analysieren, wie sich die etablierten Instrumente der Publikumsinklusion unter den Bedingungen des Web 2.0 verändern und weiterentwickeln. Die neue JoJo-Ausgabe untersucht dies in verschiedenen Fallstudien: Annika Sehl, Hannah Lobert und Michael Steinbrecher stellen Ergebnisse ihrer Begleitforschung zum partizipativen TV-Lernsender nrwision vor und vergleichen dessen Merkmale mit denen des Social Web. Ilka Lolies erörtert das diskursive Potenzial von Online-Kommentaren im Vergleich zum herkömmlichen Leserbrief. Wiebke Möhring diskutiert die besonderen Möglichkeiten der Nutzerbeteiligung im Lokaljournalismus. Und Hanna Jo vom Hofe und Chris­tian Nuernbergk präsentieren Befunde einer Redaktionsbefragung zur Nutzung des Microblogging-Dienstes Twitter im professionellen Journalismus.

Zusammengenommen zeigen die Beiträge, dass trotz günstiger Rahmenbedingungen nach wie vor eine Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit im partizipativen Journalismus klafft. Ebenso geben sie aber zahlreiche Ratschläge, wie diesem Missverhältnis im Bedarfsfalle entgegenzuwirken ist.

Zur neuen Ausgabe des “Journalistik Journals” geht es hier!

Medienkritiker und Ombudsleute als Qualitätsfaktor

Welchen Beitrag können Medienjournalisten und Ombudsleute als Impulsgeber für die journalistische Qualitätssicherung leisten? Diese Leitfrage stand im Mittelpunkt des Herbstforums der “Initiative Qualität im Journalismus” (IQ), das vor einigen Wochen in Berlin stattfand. Eine umfangreiche Dokumentation der Veranstaltung liegt nun auf der Webseite der IQ vor. Der Reader enthält eine ganze Reihe verschiedener Arbeitsmaterialien und bereitet das Thema auch für diejenigen anschaulich auf, die nicht live dabei waren.

Ein interessantes Ergebnis der Tagung war übrigens die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft deutscher Ombudsleute und Leseranwälte, in der Erfahrungen ausgetauscht und neue Modelle entwickelt werden sollen. Möglicherweise ist dies ein erster Schritt zur Institutionalisierung des Ombudswesens in der deutschen Medienbranche — ein Modell des Austausches zwischen Medienschaffenden und Rezipienten, das hierzulande lange sträflich vernachlässigt war.

Weitere Diskussionsbeiträge zur IQ-Tagung hat auch Daniel Fiene zusammengetragen, mit dem ich im ersten Panel über das Sein und Sollen des Medienjournalismus diskutieren durfte.

Ein Vademekum für den Sportjournalisten?

jojo.jpgMedienkritik ist nichts Neues. Auch wenn der kritische Diskurs über Journalismus und Medien in der heutigen Erregungsgesellschaft, beflügelt durch web-basierte Themenschleudern wie Twitter oder Facebook, so lebendig ist wie nie zuvor – es gibt ihn schon lange, so lange, wie es Medien gibt.

In kaum einem Bereich wurde und wird dieser Diskurs jedoch so lautstark und emotional geführt wie im Sportjournalismus. Warum das so ist, zeigt die neue Ausgabe des „Journalistik Journals“ (JoJo) mit zahlreichen Beiträgen zum Titelthema „Medien und Sport – eine variantenreiche Verbindung“. „Kein anderes Ressort im Journalismus ist derart von Ökonomisierungs- und Kommerzialisierungsprozessen betroffen wie das Sportressort“, stellt Michael Schaffrath in seiner kritischen Bilanz zur bisherigen Sportkommunikatorforschung fest. Christoph Bertling beschreibt eine „schwierige Gratwanderung des Sportjournalismus“ zwischen Aufklärung und Entertainment. Weitere Analysen widmen sich spezifischen Problemen und Herausforderungen des Berichterstattungsfeldes: unter anderem dem (Vor-)Urteil, dass Sportjournalisten in Wirklichkeit schlecht getarnte Fans sind, die am liebsten selbst eine Sportkarriere gestartet hätten (Michael Steinbrecher); dem unübersehbaren „Sexualisierungsdruck“, der sich vor allem in der redaktionellen Darstellung von Sportlerinnen bemerkbar macht (Jörg-Uwe Nieland und Daniela Schaaf); und den zahlreichen Widrigkeiten, mit denen Sportjournalisten bei der Berichterstattung etwa über Korruption (Daniel Drepper) und Doping (Angelika Mikus) zu kämpfen haben.

Einfache Lösungen für diese Probleme können die Autoren nicht anbieten. So verweist Thomas Horky zwar auf die besonderen Chancen, die beispielsweise soziale Netzwerkmedien bei der Berichterstattung über Sport-Großereignisse mit sich bringen. Gleichzeitig stellt er jedoch fest, dass ein verstärkter Einsatz von Social Media auch mit zahlreichen Folgeproblemen verbunden ist, die den vermeintlichen Mehrwert relativieren. Ein Vademekum für den Sportjournalisten ist das neue JoJo also nicht.

Wohl aber kann es helfen, viele der häufig beklagten Fehlentwicklungen der Sportberichterstattung zu verstehen, ohne sie damit entschuldigen zu wollen. So erklärt etwa Christoph Bertling, dass Sportjournalismus, historisch betrachtet, gerade nicht aus einem aufklärenden Anspruch heraus entstanden ist, sondern als Unterhaltungsprodukt: „Von Anfang an wurde Sport als Berichterstattungsobjekt genutzt, um die Massen durch populäre Inhalte anzusprechen. Zahlreiche Events, beispielsweise die Tour de France, wurden seitens der Medien als Berichterstattungsobjekt geschaffen. Entsprechend entwickelte sich nicht das gleiche Selbstverständnis wie in anderen Ressorts: Viele Sportjournalisten verstehen sich als Teil der Unterhaltungsindustrie, haben nicht dieselbe Distanz.“ Während emotional aufgeheizte Pauschal-Kritiken meist wenig Konstruktives leisten, tragen Analysen wie diese zu einer Versachlichung der Diskussion über den Sportjournalismus bei – und können damit das Qualitätsbewusstsein bei seinen Akteuren umso nachhaltiger steigern.

Zur neuen Ausgabe des “Journalistik Journals” geht es hier!

Media Accountability Practices on the Internet

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Only a few days after the presentation of the anthology “Mapping Media Accountability — in Europe and Beyond“, a second set of country reports from the comparative research project “Media Accountability and Transparency in Europe” (MediaAcT) is available online. The working paper series “Media Accountability Practices on the Internet“, coordinated by David Domingo and Heikki Heikkilä, explores the opportunities and challenges of web-based instruments of media observation all around the globe. The working papers are the product of over 80 in-depth interviews with experts, media professionals and activists, and will form the empirical basis of an international comparison of the role of digital technologies in media accountability. The series includes reports from European countries (Bulgaria, France, Finland, Germany, the Netherlands, Poland, Serbia, the United Kingdom), Arab countries (Jordan, Lebanon, Syria, Tunisia) and the USA. All papers are available for download on the MediaAcT website.

My own contribution, originating from a collaboration with Huub Evers, focuses on web-based accountability processes in German journalism. Our summary:

While trust in German journalism is being challenged by recurrent journalistic misbehavior, the necessity of a functioning media accountability landscape is more pressing than ever. In fact, the German media system offers a notable variety of self-regulatory instruments that aim at safeguarding the quality of journalistic reporting. Their effects, however, seem to be limited: The German Press Council is taunted as a “toothless tiger” because of its lack of sanctioning power; media journalism has to cope with its inevitable problems of self-referentiality; and accountability mechanisms on the level of the newsroom are only slowly gaining ground.

This report discusses the potentials and pitfalls of web-based accountability processes in German journalism. Can they complement traditional instruments of journalistic self-regulation and compensate their deficiencies? Can they accomplish a better involvement of civil society actors in the debate about journalistic quality? As an analysis of the current data on Internet usage in Germany shows, the conditions are quite favorable: The Internet has a rising significance in people’s everyday life; however, the disposition to actively participate in the production of online contents is still low in most parts of the society – just as the willingness of many newsrooms to support user integration.

Qualitative expert interviews, which were conducted for this report, demonstrate that a considerable diversity of online practices fostering media accountability in Germany has been developing in recent years. Different case studies substantiate the assumption that the multitude of new voices, which is characteristic for the novel kind of media criticism in the Social Web, may well have a positive impact on practical journalism. At the same time, it becomes clear that recent innovations in media accountability are far from being a panacea for the deficits of traditional journalistic self-regulation. Particularly, the editorial handling of journalistic mistakes still leaves much room for improvements. The case of user comments on online news stories shows that web-based accountability processes may even lead to new ethical problems which have not been tackled systematically so far.

More details can be found in the PDF version of the report. The complete bibliographical data:

Huub Evers/Tobias Eberwein (2011): Can a million toothless tigers make a difference? Potentials and pitfalls of web-based accountability processes in German journalism. MediaAcT working paper 4/2011. Journalism Research and Development Centre, University of Tampere. URL: http://www.mediaact.eu/online.html

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