Die Leipziger Kollegen Ansgar Zerfaß und Harald Rau führen derzeit eine interessante Erhebung zur journalistischen Nutzung von Bewegtbildern im Internet durch. Dafür werden “Entscheider in Redaktionen, Nachrichtenagenturen und Freelancer” gebeten, sich an einer Online-Befragung zu beteiligen. Im Mittelpunkt stehen u. a. folgende Leitfragen: “[W]ie werden Bewegtbilder produziert, welche Kompetenzen sind gefragt, was bedeutet das für journalistische Standards?”
Die Befragung ist Teil des Leipziger Forschungsprojekts “Bewegtbildkommunikation im Internet – Herausforderung für Journalismus und PR” und wird zusammen mit news aktuell umgesetzt. Mitmachen kann man noch bis zum 25. Juli 2008. Zum Fragebogen geht es hier!
Unter den Protagonisten des New Journalism ist Hunter S. Thompson eine der schillerndsten Figuren. Als Schöpfer des ihm eigenen Gonzo-Stils hat er in den späten 1960er Jahren Kult-Status erreicht. Seitdem hat sich auch die Journalismusforschung immer wieder für ihn interessiert: Nicht nur in den USA sind unzählige Forschungsarbeiten zu Thompsons Werk und Wirken entstanden (”enough […] to build a bonfire”, wie David Carr in der “New York Times” schreibt). Auch im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Analysen (häufig Studienabschlussarbeiten), die sich mit der von ihm begründeten Spielart des literarischen Journalismus auseinandersetzen.
Nun bekommt Thompson, der sich 2005 erschoss, endlich einen würdigen Dokumentarfilm. Die Produktion mit dem Titel “Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson” kommt ab heute in die US-amerikanischen Kinos. Regie hat der Oscar-Preisträger Alex Gibney geführt; Johnny Depp, der sich schon in der großartigen Verfilmung der Thompson-Reportage “Fear and Loathing in Las Vegas” als gonzo-geeignet erwiesen hat, besorgt den Kommentar. Die Rezensionen in der heimischen Presse klingen mehr als wohlwollend. Es gibt also genug Gründe, sich auf den Film zu freuen.
Bis es auch bei uns “Buy the ticket, take the ride” heißt, dürfte noch ein wenig Zeit vergehen. Begnügen wir uns bis dahin mit dem Trailer…
Da ich momentan recht intensiv an zwei Papers arbeite, die bald abgeschlossen werden wollen, fällt die Postingfrequenz hier dieser Tage etwas mager aus. Überbrücken wir die Zeit mit etwas Musik: Weezer haben für ihren Song “Pork and Beans” (vom neuen “Roten Album”) einen herrlichen Clip vorgelegt, der auf amüsante Art und Weise Youtube-Exegese betreibt. Der “Musikexpress” hat sich die Mühe gemacht, die zahlreichen Verweise herauszuarbeiten. Ein wunderbares Stück Web-2.0-Geschichte!
Oh, wie schön: Die Video-Dokumentation zur re:publica’08 ist endlich komplett. Einen Überblick über die verfügbaren Vorträge und Diskussionen gibt es hier. Als Appetizer folgt unten schon einmal die Keynote von Viktor Mayer-Schönberger. Das Thema: “Nützliches Vergessen — Informationsökologie im digitalen Zeitalter”.
Peter M. Robinson hatte in der vergangenen Woche einen interessanten Gast. Für sein Interview-Format “Uncommon Knowledge” sprach er mit Tom Wolfe, unter anderem über dessen für 2009 angekündigten Roman “Back to Blood”. Die Wechselwirkungen zwischen Journalismus und Literatur, die Wolfes Werk prägen, sind sicherlich auch für die Journalistik ein spannendes, weil wenig erforschtes Thema. Das Interview liefert dazu einige Denkanstöße. Lust auf mehr? Hier geht es zu den fünf Video-Episoden:
Noch ein Link nach Augsburg: Am dortigen Institut für Medien und Bildungstechnologie bastelt man seit Beginn des laufenden Sommersemesters mit interaktiven audiovisuellen Veranstaltungsmitschnitten. Versuchskaninchen ist Christiane Eilders. Ihre Vorlesung “Einführung in die Medienwirkungsforschung” kann seit einigen Tagen auch online goutiert werden. Eine RM-Datei mit der Auftaktveranstaltung steht hier zum Download zur Verfügung (243 MB), ein etwas handlicheres MP3 gibt es hier (74 MB). Die nachfolgenden Sitzungen werden nach und nach auf dem Server des Medienlabors ergänzt.
“Um die Zukunft der Medienkritik in den klassischen Medien ist es nicht gut bestellt.” So lautet die Quintessenz eines Vortrages, den Stefan Niggemeier gestern Abend am Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn gehalten hat. Dabei ging es vor allem um mögliche Alternativen zum herkömmlichen Medienjournalismus, also um “BILDblog, Medienkritik im Internet, das Selbständigmachen und sowas” — das übliche “Zeugs” eben, um mit den Worten Niggemeiers zu sprechen. Dankenswerterweise haben die Paderborner Kollegen dieses “Zeugs” via Mogulus dokumentiert — oder wenigstens Teile davon, die ersten 20 Minuten des Referats fehlen nämlich. Aber der Rest ist auch sehenswert!
Diskussionswürdig
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