Tag-Archiv für 'oekonomie' pt. 2 von 2



“Beruf: Journalist” — Neues Journalistik Journal

jojo.jpgNach einem längeren Endspurt konnten wir heute die Schlussproduktion des neuen “Journalistik Journals” abschließen. Die Frühjahrsausgabe 2008 (Heft 1/2008) geht morgen in den Druck; die Auslieferung dürfte ab kommender Woche beginnen. Das Schwerpunktthema widmet sich diesmal den Arbeitsbedingungen im Journalismus. Unter dem Titel “Beruf: Journalist” diskutieren zehn Autorinnen und Autoren über aktuelle Entwicklungen rund um den journalistischen Arbeitsplatz.

Einige Beiträge sind bereits vorab auf der Webseite des “Journalistik Journals” zu finden — zum Beispiel:

Fokus: Beruf: Journalist. Zum gegenwärtigen Stand der Journalismusforschung — von Johannes Raabe

Schneller, vielfältiger, anspruchsvoller. Journalisten von morgen: Wer sind sie, was machen sie? — von Sylvia Egli von Matt

Bürgerreporter: Ergänzung mit vielfältigem Potenzial. Übernehmen Laien die Redaktionen? — von Philomen Schönhagen

Die unbekannten Medienmacher. Über freie Journalisten liegen kaum Daten vor — von Miriam Bunjes

Können, Köpfchen oder Körper? Zu den Karrierechancen von Frauen — von Tina Groll

Weitere Beiträge zum Themenschwerpunkt gibt es von Annika Sehl (”Ökonomisches Qualitätsmanagement? Wie die ARD-Anstalten mit Videojournalismus umgehen”), Frank Biermann (”Besser wird es nicht. Immer mehr Ein-Zeitungs-Kreise in NRW”), Judith Pfeuffer (”Macht der Journalismus krank? Ergebnisse einer Befragung”), Julia Eggs (”Volontariat unter der Lupe. Neue Daten zur journalistischen Ausbildungssituation”) und von mir (”Wider den Journalismus der Unterhosen. Ö1-Redakteur Rainer Rosenberg über Qualitätsberichterstattung in den Zeiten der Medienkonvergenz”).

Aber auch jenseits des Schwerpunktthemas bietet das JoJo wieder einigen Lesestoff. Hervorzuheben ist sicherlich der spannende Aufsatz von Ingo Fischer (”Eher unbekannt als anerkannt“), in dem er empirisch nachweist, dass ein Großteil der Journalisten noch nie etwas von Pressekodex und Presserat gehört hat. Unbedingt lesenswert sind aber auch die Beiträge von Karola Graf-Szczuka (”Die Persönlichkeit der Zeitungsleser. Neue Erkenntnisse zur Mediennutzung von Jugendlichen”), Nadine Bilke (”Qualität in der Krisen- und Kriegsberichterstattung. Ein Modell für einen konfliktsensitiven Journalismus”), Sonja Roy (”Auf dem Weg zur Unabhängigkeit. Korruption beeinflusst auch die bulgarischen Medien”) und Holger Noltze (”So eine richtig schöne Umstrittenheit. Ein Beitrag zur Debattenkultur im deutschen Feuilleton”).

Wer Interesse an den nicht-verlinkten Beiträgen hat, kann sich gerne an die Redaktion wenden. Wir stellen auch die gedruckten Hefte auf Anfrage kostenfrei zur Verfügung.

Erträge eines nächtlichen Netz-Spaziergangs

Kaum ein Tag vergeht, der einem keine neue Blog-Entdeckung beschert. Während eines nächtlichen Netz-Spaziergangs bin ich auf mehrere viel versprechende Projekte aus den Arbeitsfeldern Medien und Journalismus gestoßen. Auf drei davon sei kurz hingewiesen:

The Changing Newsroom lautet der Titel eines sympathischen neuen Blogs, das sich mit dem Einfluss gegenwärtiger Technik-Entwicklungen auf den Journalismus befasst. Carrie Brown, ab Herbst Assistant Professor of Journalism an der University of Memphis, hat die Seite erst Anfang März ins Leben gerufen. Deswegen ist noch nicht ganz klar, wohin die Reise geht. Die ersten Ansätze machen aber Lust auf mehr. Ich werde auf jeden Fall wieder vorbeischauen.

Bei Poynter Online wird seit einigen Tagen verstärkt über “diversity” in der journalistischen Berichterstattung diskutiert. Das passende Blog dazu heißt Diversity at Work. Gefüllt werden soll es laut Ankündigung von einer Reihe praxisnaher Autoren. Außerdem gibt es eine eigene del.icio.us-Seite zum Thema. Momentan ist allerdings noch nicht viel zu sehen. Auch hier scheint es lohnenswert, das Projekt im Auge zu behalten.

Schon ein paar Tage älter ist das Blog von Robert Picard, Professor an der Jönköping International Business School. Ich bin trotzdem erst heute darauf aufmerksam geworden. Besser spät als nie, denn The Media Business enthält einige medienökonomische Reflexionen, die in dieser Qualität in der Blogosphäre sicherlich Seltenheitswert haben. Aufgrund der mangelnden Vernetzung fehlt der Seite bislang scheinbar die Aufmerksamkeit, die sie haben könnte. Vielleicht ändert sich das ja bald…