Die Redaktion von Ausgabe 4/2008 des “Publizistik”-Rezensionsteils ist abgeschlossen. Die redigierten Fahnen liegen inzwischen im Satzbüro und dürften in Bälde in den Druck gehen. Die letzten Korrekturen habe ich diesmal mit durchaus gemischten Gefühlen umgesetzt, denn das letzte Heft des laufenden Jahrgangs ist gleichzeitig auch mein letztes Heft als “Publizistik”-Redakteur. Horst Pöttker und ich geben die Redaktion des Besprechungsteils zum Jahresende ab. Die Planungen für Heft 1/2009 liegen bereits in den Händen unserer Nachfolger.
Gemischte Gefühle habe ich deshalb, weil ich meine, dass wir den Rezensionsteil der “Publizistik” in den vergangenen Jahren im positiven Sinne weiterentwickelt haben — und diese Entwicklung nun aus der Hand zu geben, fällt nicht ganz leicht. In der Zeit seit 2001, als zunächst Horst Pöttker und Daniel Müller, die Redaktion übernommen haben, konnte die Anzahl der besprochenen Bücher kontinuierlich ausgebaut werden. Nicht zuletzt die Einführung einer Rubrik mit Kurzbesprechungen hat dazu beigetragen, dass wir zuletzt deutlich mehr als 250 Neuerscheinungen pro Jahr kritisch würdigen konnten. Mitgewirkt haben dabei bis zu 162 verschiedene Rezensenten pro Jahr (vgl. Tabelle 1). Unserem Ziel, die aktuellen Entwicklungen auf dem kommunikationswissenschaftlichen Buchmarkt möglichst umfassend abzubilden, sind wir damit wenigstens teilweise näher gekommen.
Gleichzeitig wurde uns jedoch immer wieder klar, dass einem dynamischen Rezensionswesen innerhalb einer gedruckten Fachzeitschrift wie der “Publizistik” natürliche Grenzen gesetzt sind. So mangelte es zum einen an Platz: Mit zuletzt über 60 Druckseiten nur für die Rezensionen stießen wir so langsam an die Grenzen dessen, was innerhalb dieses Zeitschriftenformats möglich ist. Zudem sorgten die etwas starren Publikationszyklen immer wieder für merkliche Aktualitätsdefizite. Diese Beobachtungen, die ich im Rahmen meiner Diplomarbeit vor drei Jahren übrigens auch empirisch fundiert habe, legten es nahe, sich einige Gedanken über einen alternativen Publikationsrahmen für die kommunikationswissenschaftliche Buchkritik zu machen.
Dass auch der Herbert von Halem Verlag seit längerer Zeit ähnliche Gedanken hegt, habe ich zunächst eher per Zufall erfahren. Mittlerweile haben die Pläne für eine eigene Online-Rezensionszeitschrift für die Kommunikations- und Medienwissenschaften jedoch konkretere Form angenommen. Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hat der Verlag bereits einige Konzeptideen vorgestellt. Ins Netz geht das neue Projekt im kommenden Jahr. Und — naja, wie soll ich es sagen: Ich freue mich, dass ich zur Gründungsredaktion gehören darf!
Mehr dazu in den kommenden Monaten…
Meine Publikationstätigkeit auf diesen Seiten war zuletzt alles andere als rege. Das hatte verschiedene Gründe: Umzug, mehrere Wochen ohne privaten Internetzugang, dann noch zwei Wochen Urlaub. Mittlerweile wirft das nahende Wintersemester aber seine langen Schatten — und flößt auch coolepark.de neues Leben ein.
Heute zunächst einmal eine kurze Vollzugsmeldung in Sachen “Publizistik“: Die korrigierten Fahnen für den Rezensionsteil (Ausgabe 3/08) sind in der vergangenen Woche an das Satzbüro gegangen, das Heft wartet nun auf den Druck. Redaktion und Produktion haben sich diesmal ein wenig in die Länge gezogen, was u. a. mit einer Umstellung des Layouts zusammenhängt. Nach längerer Vorlaufphase kann die neue “Publizistik”-Ausgabe nun aber im neuen optischen Gewande erscheinen — hoffentlich zum Vorteil der Leserschaft. Den 36 Rezensenten, die am neuen Heft mitgewirkt haben, danke ich für ihre Geduld.
Apropos Zahlen: Im Rezensionsteil konnten diesmal 68 Neuerscheinungen besprochen werden, 21 davon im Rahmen von Kurzbesprechungen. Im Vergleich zum bisherigen Jahresdurchschnitt bedeuten beide Werte eine leichte Steigerung. Leicht gesunken ist hingegen der Anteil der fremdsprachigen Literatur: Er lag diesmal nur bei sechs Prozent. Insgesamt wurden Bücher von 29 verschiedenen Verlagen berücksichtigt.
Gesondert hinzuweisen ist auf den Rezensionsessay von Judith Gentz und Anette Schauss. Die beiden Hamburger Kolleginnen haben sich auf breiter Literaturbasis mit dem Thema Medienmanagement auseinandergesetzt und nehmen vor allem einige neue Hand- und Lehrbücher kritisch in den Blick. Mehr dazu in Kürze hier!
Nachdem ich das gedruckte Heft 2/2008 der “Publizistik” als Abonnent bereits vor ein paar Tagen im Briefkasten hatte, ist die neue Ausgabe nun auch online verfügbar. Erfreut stelle ich fest, dass der von Horst Pöttker und mir betreute Rezensionsteil diesmal wieder auch für Nicht-Abonnenten frei zugänglich ist. Die Rezensionen müssen zwar etwas umständlich als Einzel-PDFs gedownloadet werden, aber immerhin…
Auch auf die — leider kostenpflichtigen — Inhalte des Aufsatzteils sei kurz hingewiesen:
Silke Adam: Medieninhalte aus der Netzwerkperspektive
Sonja Glaab: Wilhelm II. und die Presse — Ein Medienkaiser in seinem Element?
Nikolaus Jackob/Thomas Petersen/Thomas Roessing: Strukturen der Wirkung von Rhetorik
Uli Bernhard/Wilfried Scharf: „Infotainment“ in der Presse
Die Kolumne (”Mega-Müll oder Mega-Chance? Bedenken und Bedenkenlosigkeiten aus dem Gratisblätterwald“) stammt diesmal von Marlis Prinzing. Das European Journalism Observatory stellt den Volltext netterweise umsonst zur Verfügung!
In einem Rezensionsessay für die “Publizistik” hat Bernhard Pörksen im vergangenen Jahr die Autobiografie des Borderline-Journalisten Tom Kummer besprochen (vgl. Pörksen 2007). Darin setzte er sich unter anderem kritisch mit der journalistischen Arbeitsweise Kummers auseinander, der bekanntlich zahlreiche Star-Interviews u. a. für das Magazin der “Süddeutschen Zeitung” gefälscht und damit einen mittelschweren Medienskandal ausgelöst hatte.
In einem Gastkommentar für die “taz” greift Tom Kummer diese Rezension nun auf. Am Ende eines weit ausholenden Plädoyers für “eine Neudefinition von Realität” in wenig ertragreichen Interview-Situationen kommt er auf Bernhard Pörksen zu sprechen:
Es gibt so viele Fragen rund um das Überleben der Printmedien. Kürzlich wurden mir solche Fragen von einem Publizistik-Professor gestellt, der mich für ein Interviewbuch zum Thema “Zukunft der Printmedien” gewinnen wollte. Es waren fantastische Fragen, Fragen des Überlebens: Wann beginnt der Betrug der Redaktionskollegen und des Publikums? Ist nicht jeder Akt der sprachlich-dramaturgischen Gestaltung letztlich auch ein Akt der Fiktionalisierung? Können Journalisten nur überleben, wenn sie eine scheinbar eindeutige Unterscheidung von Fakt und Fiktion untergraben? Darauf wusste ich nicht viel zu sagen. Außer: dass es vielleicht für Interviewer nur Rettung im New Journalism gibt, der mit der Faszination des Fiktiven spielt.
Aber welcher Grad der von Ihnen, Herr Kummer, angewandten Konstruktivität könnte denn heute als Grundlage einer journalistischen Ethik taugen? Sollte man angesichts des PR-Journalismus und des “Spindoctoring” die von ihnen praktizierte Erfahrung der Intersubjektivität mainstreammäßig anerkennen?
Eine grandiose Wahnsinnsfrage. Meine Rettung!
Was Tom Kummer freilich nicht erwähnt, ist der Umstand, dass diese “Wahnsinnsfragen” teilweise fast wortwörtlich aus Bernhard Pörksens “Publizistik”-Rezension übernommen sind. Er stellt sie in einen neuen, fiktionalisierten Kontext und setzt sein selbstreferenzielles Spiel damit fort.
Ein bemerkenswertes Beispiel für Kummers Art und Weise, Journalismus zu betreiben.
Und eine wirklich kuriose Replik auf eine wissenschaftliche Buchbesprechung.
(Danke an Bernhard Pörksen für den Hinweis an die “Publizistik”-Redaktion!)
Literatur:
Kummer, Tom (2008): Das Pamela-Anderson-Prinzip. Plädoyer für eine Neudefinition von Realität auf der EM. In: taz vom 6.6.2008. Online unter: http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/die-em-und-das-pamela- anderson-prinzip/
Pörksen, Bernhard (2007): Apologie eines Fälschers. Die Memoiren des Borderline-Journalisten Tom Kummer. In: Publizistik 52, Heft 3/2007, S. 405-408. Online unter: http://www.vsjournals.de/index.php;do=pdf/ sid=676e1aa6603b17238436c27370f3e14d/site=pub/lng=de/area=kom/article _id=5193/doi=10.1007~s11616-007-0178-8
Foto: NiceBastard
Der Rezensionsteil der “Publizistik”-Ausgabe 2/2008 ist druckfertig. Soeben habe ich die letzten Korrekturen an unser Satzbüro geschickt. Spätestens in vier Wochen sollten die gedruckten Hefte vorliegen. Ich merke zwar, dass es immer schwieriger wird, den gesamten kommunikationswissenschaftlichen Buchmarkt im Auge zu behalten. Nichtsdestotrotz haben wir wohl auch in der neuen Ausgabe wieder einen substanziellen Teil davon abgebildet: Insgesamt wurden 61 Neuerscheinungen rezensiert, davon 15 im Rahmen von Kurzbesprechungen. Der Anteil der fremdsprachigen Bücher lag bei gut elf Prozent. Unter dem Strich wurden Publikationen aus 34 verschiedenen Verlagen berücksichtigt. Bei der Verarbeitung haben 43 Rezensenten mitgewirkt. Viel mehr ist auf 50 gedruckten Heftseiten wohl nicht möglich…
Inhaltlich ist wieder der Rezensionsessay herauszuheben. Er kommt diesmal von Volker Gehrau, der sich unter dem Titel “Was machen die Menschen mit den Medien?” mit einigen neuen Grundlagenwerken zu Theorien, Ansätzen und Daten der Mediennutzungsforschung auseinandersetzt. Lesenswert sind aber natürlich auch die anderen Rezensionen, z. B. Walter Hömbergs Überblick über verschiedene Anthologien zu und mit “Vorbildern des Journalismus” oder Hazel Dicken-Garcias Vergleich aktueller Studien zur US-amerikanischen Journalismusgeschichte. Diesen und allen anderen Rezensenten sei herzlich für die gute Zusammenarbeit gedankt!
Mehr dazu in Bälde hier!
Ein paar Zeilen Preview auf den Rezensionsteil in Heft 1/2008 der “Publizistik” habe ich ja vor einigen Wochen schon abgesondert. Heute kann ich Vollzug melden: Das neue Heft ist da! Das Format ist ein bisschen schlanker als gewohnt; als Farbe der Saison hat ein sanftes Babyblau Einzug erhalten — aber sonst ist (zumindest in optischer Hinsicht) alles beim Alten.
Einige Veränderungen gibt es beim Vertrieb der Zeitschrift: Auf ihrer Mitgliederversammlung bei der letzten Jahrestagung in Bamberg hat die DGPuK beschlossen, die Abonnements der beiden zentralen Journals im Fach, also “Publizistik” und “Medien & Kommunikationswissenschaft”, in den Beitrag zur Mitgliedschaft in der Fachgesellschaft zu integrieren. Das heißt: Ab sofort bekommen alle DGPuK-Mitglieder die beiden Publikationen zu einem Preis, der sogar noch unter dem ermäßigten Abopreis für Studierende liegt. In der Folge dürfte sich eine leichte Auflagensteigerung erreichen lassen. Damit verbindet sich die Hoffnung, das finanzielle Fundament der Zeitschriften sichern zu können — und damit ihr Weiterbestehen. Hoffen wir, dass diese Strategie aufgeht…
Ein kurzer Blick auf den Inhalt der neuen Ausgabe:
Die Kolumne stammt diesmal von “Spiegel Online”-Redakteur Christian Stöcker. Unter dem Titel “Virtuelle Räume und reale Erregungszyklen” diskutiert er die “Hysterie der Medien um ‘Second Life’ und was wirklich dran ist an dreidimensionalen Web-Welten”.
Im Aufsatzteil finden sich ausnahmsweise fünf Beiträge:
Philomen Schönhagen: Ko-Evolution von Public Relations und Journalismus. Ein erster Beitrag zu ihrer systematischen Aufarbeitung. (Der Volltext steht auch für Nicht-Abonnenten als Download zur Verfügung!)
Anna Amelina: Asymmetrie der Verhältnisse. Aktuelle Entwicklungen im Fernsehen der Russischen Föderation.
Bertram Scheufele: Die These der Negativitätsumkehrung. Ein Experiment zur Wirkung von Negativität in den Politiker- und Problemdarstellungen von Printmedien.
Beatrice Kemner/Helmut Scherer/Stefan Weinacht: Unter der Tarnkappe. Der Einsatz “volatiler Themen” und “opportuner Zeugen” in der Berichterstattung zum Übernahmeversuch der ProSiebenSat.1 Media AG durch den Springer-Verlag.
Werner Wirth/Ilona Stämpfli/Saskia Böcking/Jörg Matthes: Führen viele Wege nach Rom? Berufssituation und Karrierestrategien des promovierten wissenschaftlichen Nachwuchses in der Kommunikations- und Medienwissenschaft.
Eine vollständige Inhaltsübersicht, die auch sämtliche Personalien und Rezensionen auflistet, findet sich hier!
Soeben habe ich die letzten Korrekturen für den “Publizistik”-Rezensionsteil, Ausgabe 1/2008, an das Satzbüro des VS-Verlags übermittelt. Bis das neue Heft in gedruckter Form vorliegt, werden zwar noch ein paar Wochen vergehen. Dennoch möchte ich bereits jetzt auf den lesenswerten Rezensionsessay von Christoph Bieber hinweisen. Unter dem Titel “Netzbürger suchen den Anschluss” nimmt er einige neuere Publikationen aus dem Forschungsbereich Internet und Politik in den Blick. Spannend ist der Text unter anderem wegen seiner international vergleichenden Anlage, die es dem Rezensenten ermöglicht, unterschiedliche Forschungslinien in Deutschland und im englischsprachigen Ausland gegenüberzustellen und auf ihre jeweiligen Potenziale und Defizite hinzuweisen. Die Zusammenschau macht deutlich: Das Thema der elektronischen Partizipation erfreut sich zwar seit einiger Zeit (wieder) großer Beliebtheit. Doch trotz des vergleichsweise hohen wissenschaftlichen Outputs, der sich auch in der ausgebreiteten Literaturbasis widerspiegelt, bleiben noch viele Fragen offen. Das zeigt auch Biebers Fazit: “Durch ihre thematische, inhaltliche und nicht zuletzt methodische Vielfalt kann aus den verschiedenen Publikationen kein einheitliches Bild des ‘digitalen Bürgers’ oder gar eines kohärenten Konzeptes der ‘digitalen Bürgerschaft’ enstehen. Dennoch weisen die zahlreichen Ansätze darauf hin, dass aus einer digital informierten, über das Internet miteinander vernetzten und zunehmend mit einem politischen ‘Gegenüber’ versehenen Bürgerschaft künftig an zahlreichen Stellen innerhalb etablierter politischer Akteursstrukturen, ergänzend dazu oder auch vollständig im Rücken vorhandener Institutionen neue und dabei auch zunehmend wirksamere Zugänge zur Beteiligung am politischen Prozess entstehen.” Mehr dazu in Kürze hier!
Neben dem Essay von Christoph Bieber enthält die neue Ausgabe der “Publizistik” natürlich noch viele weitere aufschlussreiche Buchbesprechungen. Ein paar Daten für die Statistik: Insgesamt werden in Heft 1/2008 65 kommunikationswissenschaftliche Neuerscheinungen rezensiert, davon 15 in der Rubrik “Kurzbesprechungen” und 50 in einer vollwertigen Rezension. Es wurden 38 verschiedene Verlage berücksichtigt; das entspricht einem Schnitt von 1,71 rezensierten Büchern pro Verlag. Der Anteil der fremdsprachigen Literatur liegt diesmal bei 14 Prozent. An der Verarbeitung der Publikationen waren 46 Rezensenten beteiligt. Auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die Zusammenarbeit!
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