Dem Verriss haftet immer etwas Peinliches an. Wer Vergnügen am Verreißen hat, der setzt sich immer dem Verdacht aus, dass er ein Wichtigtuer sei, ein Anfänger, ein Grünschnabel, ein kleiner Mensch, der einem großen gegens Schienbein tritt, damit er, wenn der Große fällt, auf den herabschauen kann. Dem Werk der Liebe gibt auch der Leser lieber recht, wer hasst, soll damit nicht fremde Leute belästigen.
Quelle:
Seidl, Claudius (2009): Gute Bücher, die wir hassen. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 8. März 2009, S. 23











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