Archiv für September 2008

Medienblogs: Offene Fragen für die Forschung

Die Blogosphäre ist in den vergangenen Jahren zu einem beliebten und viel diskutierten Forschungsobjekt geworden. Erstaunlicherweise ist eine Weblog-Gattung im wissenschaftlichen Diskurs lange vergleichsweise unterrepräsentiert geblieben: die der Medienblogs. In einem neuen Beitrag für die aktuelle Ausgabe der “Neuen Gegenwart” versuche ich, die bisherigen Forschungsbemühungen zu diesem Genre Revue passieren zu lassen, um davon ausgehend noch ungeklärte Aufgaben für die wissenschaftliche Erörterung zu identifizieren. Aktueller Anlass ist die Veröffentlichung des jüngsten Tagungsbandes der DGPuK-Fachgruppen „Computervermittelte Kommunikation“ und „Journalistik und Journalismusforschung”, der neben anderen Texten auch zwei lesenswerte Beiträge zum Thema Medienblogs enthält. Wer die beiden Aufsätze von Susanne Fengler und Kristina Wied/Jan Schmidt nebeneinanderlegt, dem eröffnen sich ohne Frage neue Möglichkeiten zur Beschreibung des medienkritischen Potenzials der Blogosphäre. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass die (kommunikations)wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Gattung der Medienblogs gerade erst begonnen hat.

Mein kurzer Aufsatz ist als eine Art Bestandsaufnahme zu verstehen, da ich in naher Zukunft ein eigenes Forschungsprojekt in diesem Themenfeld plane. Doch dazu später mehr. Heute begnüge ich mich mit einem Link auf den genannten Text, in dessen Fazit einige offene Fragen zur weiteren Bearbeitung gebündelt sind.

Literatur:

Fengler, Susanne (2008): Media WWWatchdogs? Die Rolle von Blogs für die Medienkritik in den USA. In: Quandt, Thorsten/Schweiger, Wolfgang (Hrsg.): Journalismus online – Partizipation oder Profession? Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 157-171.

Wied, Kristina/Schmidt, Jan (2008): Weblogs und Qualitätssicherung. Zu Potenzialen weblogbasierter Kritik im Journalismus. In: Quandt, Thorsten/Schweiger, Wolfgang (Hrsg.): Journalismus online – Partizipation oder Profession? Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 173-192.

Die Rezensionsredaktion meldet Vollzug

Meine Publikationstätigkeit auf diesen Seiten war zuletzt alles andere als rege. Das hatte verschiedene Gründe: Umzug, mehrere Wochen ohne privaten Internetzugang, dann noch zwei Wochen Urlaub. Mittlerweile wirft das nahende Wintersemester aber seine langen Schatten — und flößt auch coolepark.de neues Leben ein.

Heute zunächst einmal eine kurze Vollzugsmeldung in Sachen “Publizistik“: Die korrigierten Fahnen für den Rezensionsteil (Ausgabe 3/08) sind in der vergangenen Woche an das Satzbüro gegangen, das Heft wartet nun auf den Druck. Redaktion und Produktion haben sich diesmal ein wenig in die Länge gezogen, was u. a. mit einer Umstellung des Layouts zusammenhängt. Nach längerer Vorlaufphase kann die neue “Publizistik”-Ausgabe nun aber im neuen optischen Gewande erscheinen — hoffentlich zum Vorteil der Leserschaft. Den 36 Rezensenten, die am neuen Heft mitgewirkt haben, danke ich für ihre Geduld.

Apropos Zahlen: Im Rezensionsteil konnten diesmal 68 Neuerscheinungen besprochen werden, 21 davon im Rahmen von Kurzbesprechungen. Im Vergleich zum bisherigen Jahresdurchschnitt bedeuten beide Werte eine leichte Steigerung. Leicht gesunken ist hingegen der Anteil der fremdsprachigen Literatur: Er lag diesmal nur bei sechs Prozent. Insgesamt wurden Bücher von 29 verschiedenen Verlagen berücksichtigt.

Gesondert hinzuweisen ist auf den Rezensionsessay von Judith Gentz und Anette Schauss. Die beiden Hamburger Kolleginnen haben sich auf breiter Literaturbasis mit dem Thema Medienmanagement auseinandergesetzt und nehmen vor allem einige neue Hand- und Lehrbücher kritisch in den Blick. Mehr dazu in Kürze hier!