Wikis zur Studierendeninformation: Fallbeispiel StudiGer

studiger.jpgDie Kollegen der Dortmunder Germanistik betreiben seit Juli 2007 eine Plattform zur Studierendeninformation auf Wiki-Basis. StudiGer versammelt verschiedenste Informationen rund um die zahlreichen Studiengänge am Institut für deutsche Sprache und Literatur — zum Beispiel aktuelle Nachrichten zu Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Sprechstunden, Ankündigungen der einzelnen Lehrenden sowie Hinweise zu speziellen Beratungsangeboten. Mit fast 300 Wiki-Seiten, die seit dem Launch der Plattform über 10.000 mal editiert wurden, hat StudiGer mittlerweile eine beachtliche Informationstiefe erreicht. In einem Werkstattgespräch erläuterte Mit-Initiator Michael Beißwenger nun einige Hintergründe des Projekts und ermöglichte einen Einblick in die Arbeitsweise der Redaktion.

StudiGer wurde im Sommersemester 2007 im Rahmen eines Projektseminars unter der Leitung von Angelika Storrer, Matthias Heiner und Michael Beißwenger entwickelt. Über dieses Seminar sollten die Teilnehmer praktische Erfahrungen mit der Produktion von Wiki-Hypertexten sammeln und reflektieren. Ziel war es, in Ergänzung zur Instituts-Homepage ein niedrigschwelliges Web-Angebot zur tagesaktuellen Bereitstellung von Informationen zum Germanistik-Studium in Dortmund zu erarbeiten, ein kollaborativ zu betreuendes Informationssystem von Studierenden für Studierende. Ein Prototyp der Seite konnte im Juli 2007 online gehen. Die eigentliche Arbeit begann aber erst danach.

Michael Beißwenger wies in seinem Vortrag auf einige Faktoren hin, die sichergestellt werden mussten, um die Effizienz des Projekts zu gewährleisten:

  • PR-Maßnahmen zum Projektstart
  • Einbeziehung der Lehrenden
  • Einbeziehung der Funktionsstellen aus Institut und Fachbereich
  • Definition und Transparenz von Aufgaben und Verantwortlichen
  • Definition von Redaktionsabläufen
  • Gesamtkoordination (regelmäßige Redaktionssitzungen usw.)
  • regelmäßige Ansprechbarkeit der Redaktion (”Wiki-Sprechstunde”)
  • Qualitätskontrolle
  • Aufbau und Entwicklung von Wiki-Komptenzen

Dass Michael Beißwenger und Kollegen dies einigermaßen gelungen ist, zeigen u. a. die Zugriffszahlen: Pro Monat können fast 36.000 Seitenabrufe verzeichnet werden. Insgesamt wurde StudiGer seit Gründung der Plattform fast 400.000 Mal geklickt. Für den laufenden Betrieb ist mittlerweile eine Redaktion aus studentischen Hilfskräften verantwortlich, die gemeinsam rund 30 Stunden Wochenarbeitszeit in das Projekt investieren. Sie zeichnen für rund 80 Prozent der vorgenommenen Edits verantwortlich, während die restlichen 20 Prozent direkt von den Lehrenden des Instituts umgesetzt werden.

Obwohl Letzteres sicherlich noch ausbaufähig ist, beeindruckt das Projekt in seiner Anlage und Ausführung. Nachahmenswert ist nicht nur die Verzahnung mit der Hochschullehre, sondern auch der praktische Nutzen im Rahmen der Studienberatung. Wundern mag man sich vielleicht, was denn nun die eigentlich für diese Aufgabe vorgesehenen Studienfachberaterinnen machen. — Die moderieren ein ergänzendes Online-Forum, das offensichtlich ebenfalls sehr gut angenommen wird.

Ich wünschte mir, wir wären im eigenen Fach auch schon so weit.

Weitere Informationen über StudiGer finden sich in der Präsentation von Michael Beißwenger et al.

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