Demokratisierung des Journalismus lässt auf sich warten

Das Project for Excellence in Journalism (PEJ) hat gestern eine neue Auflage des jährlichen “State of the News Media“-Reports präsentiert. Wie inzwischen unter anderem AP und AFP berichtet haben, hat die Studie einige bemerkenswerte Ergebnisse zu Tage gefördert. Demnach habe das Internet den Journalismus zwar merklich verändert. Eine Demokratisierung der Berichterstattung in den US-Medien — etwa durch Blogs und andere Formate des Social Web — habe aber (noch) nicht stattgefunden.

Einige der beschriebenen Trends im Überblick:

  • “News is shifting from being a product […] to becoming a service […]. There is no single or finished news product anymore.”
  • “A news organization and a news Web site are no longer final destinations. Now they must move toward also being stops along the way, gateways to other places, and a means to drill deeper, all ideas that connect to service rather than product.”
  • “The prospects for user-created content, once thought possibly central to the next era of journalism, for now appear more limited, even among ‘citizen’ sites and blogs.”
  • “The agenda of the American news media continues to narrow, not broaden.”

Insbesondere der letztgenannte Befund, der sich aus einer Inhaltsanalyse von über 70.000 journalistischen Beiträgen in allen Mediengattungen ergibt, stimmt nachdenklich. Laut der Erhebung bestimmten im vergangenen Jahr vor allem zwei Themen die journalistische Agenda: der Krieg im Irak und der US-Präsidentschaftswahlkampf, die gemeinsam bereits mehr als ein Viertel der analysierten Berichterstattung ausmachten. Demgegenüber seien viele andere gesellschaftlich relevante Themen zu kurz gekommen. Zwar verfüge vor allem das Internet über das Potenzial, eine größere thematische Vielfalt zu ermöglichen. Gegenwärtig beschränkten sich die meisten journalistischen Webseiten allerdings darauf, die vorgegebene Agenda einfach abzubilden. Dadurch verstärke sich der Trend zur Vernachlässigung wichtiger Nachrichten sogar noch weiter.

Das ernüchternde Fazit muss demnach lauten: Der verheißungsvolle Neue Netz-Journalismus ist bislang noch weit davon entfernt, die mit ihm verbundenen Hoffnungen zu erfüllen.

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