Ergebnisse aus der BILDblog-Leserbefragung

Fast zeitgleich haben gestern Abend Jan Schmidt und die BILDblogger einige Ergebnisse aus der BILDblog-Leserbefragung veröffentlicht, die ein Projektteam der Bamberger Forschungsstelle “Neue Kommunikationsmedien” (FONK) im Oktober und November 2007 durchgeführt hat. Bemerkenswert finde ich vor allem den immensen Rücklauf: Fast 20.000 Personen nahmen an der Befragung teil, davon bereits über 6.500 am ersten Tag der Feldzeit. Aber auch darüber hinaus liefert die Erhebung einige interessante Daten. Einige Extrakte im Überblick:

  • BILDblog-Leser sind in der Mehrzeil männlich (86,4%), jung (Durchschnittsalter 28,5 Jahre) und überdurchschnittlich gebildet.
  • Die meisten von ihnen sind über drei Stunden pro Tag online, aber nur 13 Prozent führen ein eigenes Weblog.
  • Die BILDblog-Lektüre erfolgt überwiegend direkt im Browser, nur 12 Prozent der Leser nutzen den RSS-Feed.
  • Die wichtigsten Motive der Nutzung liegen in einem Bedürnis nach Unterhaltung und Information begründet.
  • Eine Mehrheit der Leser fühlt sich durch das BILDblog dabei unterstützt, ein Verständnis für journalistische Qualität zu entwickeln. Positive Auswirkungen auf die Qualität der BILD-Berichterstattung erwarten aber nur die wenigsten.

Eine Vielzahl weiterer Befunde findet sich in einem ausführlichen Bericht der Forschergruppe um Jan Schmidt. Dort werden im Fazit auch einige “Anregungen” und “Empfehlungen” formuliert, die sich allerdings in erster Linie an die BILDblog-Redaktion zu richten scheinen und ihr helfen können, das publizistische Angebot zu optimieren. Ausbaufähig sind sicherlich die Überlegungen zum Zusammenhang zwischen BILDblog im Speziellen bzw. Media Watchblogs im Allgemeinen und journalistischer Qualität. Dieses spannende Thema wird im FONK-Bericht zwar durchaus diskutiert, die entsprechenden Textpassagen (vgl. S. 15-17) werfen jedoch mehr Fragen auf, als sie beantworten. Die relativ eindeutige Aussage vieler Befragungsteilnehmer, dass das BILDblog ihrer Meinung nach nicht zur Qualitätsverbesserung der BILD-Zeitung beitrage, stimmt jedenfalls nachdenklich und legt nahe, dass das medienkritische Potenzial der Weblog-Publizistik doch geringer sein könnte, als oft angenommen wird. Aus dieser Vermutung lassen sich einige spannende Anregungen für die künftige Forschung gewinnen. Aber möglicherweise ist eine entsprechende Folgepublikation ja bereits in Arbeit?

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3 Rückmeldungen auf “Ergebnisse aus der BILDblog-Leserbefragung”


  1. 1 JanSchmidt

    Der Hinweis mit den Folgefragen ist durchaus berechtigt, weil in der Tat der Bericht sich in der jetzigen Form v.a. an die BILDblog-Redaktion richtet und daher überwiegend deskriptiv ist. Bei der GOR Mitte März in Hamburg und der Republica Anfang April in Berlin werden wir die Ergebnisse nochmal vorstellen und wohl auch etwas weiter gehende Überlegungen anstellen.

  2. 2 tse

    Das klingt vielversprechend. Ein Grund mehr, nach Hamburg zu kommen… ;)

  1. 1 Typen und Funktionen von Medienblogs at coolepark.de

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