In der neuen Ausgabe von New Media & Society (Heft 1/2008) bin ich auf zwei interessante Aufsätze gestoßen, die sich mit Fragen der journalistischen Nutzung und der Wirkung von Weblogs befassen.
Unter dem Titel “Forums for citizen journalists? Adoption of user generated content initiatives by online news media” durchsucht Neil Thurman (City University, UK) zehn ausgewählte Nachrichten-Websites aus Großbritannien nach Web-2.0-Features. Eine quantitative Auswertung zeigt, dass zwar fast alle der analysierten Publikationen sich mehr oder weniger intensiv um Nutzerbeteiligung bemühen. Die verwendeten Medienformate sind dabei jedoch höchst unterschiedlich. Weblogs mit eingeschalteter Kommtarfunktion fanden sich zum Zeitpunkt der Erhebung beispielsweise nur bei Guardian.co.uk. Interessant ist der Beitrag vor allem aufgrund der ausführlich ausgebreiteten Leitfadeninterviews, die Thurman mit Redakteuren der untersuchten Websites durchgeführt hat. Sie fördern viele aufschlussreiche Zitate zu Tage und illustrieren, welche Hoffnungen und welche Ängste journalistische Praktiker mit Blogs und anderen Web-2.0-Formaten verbinden. Insgesamt bleibt die Erhebung jedoch explorativ. Wirklich neue Erkenntnisse werden nicht präsentiert, auch weil die Daten aus den Jahren 2004/2005 stammen und mit der gegenwärtigen Situation daher nur noch wenig zu tun haben. Dieser Mangel ist aber vermutlich weniger dem Autor anzulasten, der seine Studie bereits mehrfach auf internationalen Tagungen vorgestellt hat, als vielmehr den üblichen Mechanismen des wissenschaftlichen Publikationsbetriebs.
Das gleiche Problem gilt auch für den Aufsatz “Stealth soapboxes: political information efficacy, cynicism and uses of celebrity weblogs among readers” von Kaye D. Sweetser (University of Georgia, USA) und Lynda Lee Kaid (University of Florida, USA), der sich für die Wirkung von Blogs als Element in der politischen Kommunikation interessiert. Die beiden Autorinnen führten im April 2004 eine Online-Befragung unter den Lesern dreier Prominenten-Weblogs durch. Ihr abschließendes Fazit: “[…] it was discovered that the presence of political content and presentation of that content on blogs can impact a person’s overall political outlook. That is, exposure to political messages in unexpected and interactive media can increase the knowledge of diversity in political thought, resulting in a desire to know more before making political decisions.” (S. 85) Für Detailergebnisse sei auf den (leider nur für Abonnenten zugänglichen) Volltext der Studie verwiesen.











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