Archiv für Januar 2008

“Das flitzt noch nicht so richtig!”

Die Lehrredaktionen Print und Online am Dortmunder Institut für Journalistik hatten heute einen interessanten Gast: Andreas Fettig, Desk-Chef bei DerWesten. Im Kreis der Studierenden sprach er für anderthalb Stunden über die Ziele des noch jungen Online-Portals, erläuterte die redaktionellen Arbeitsabläufe und stellte sich den Fragen seiner Zuhörer. Besonders für die Mitarbeiter des Medien Monitors (MeMo) war Andreas Fettig sicherlich ein spannender Gesprächspartner, denn unser Online-Magazin hat den Publikationsbetrieb von DerWesten von Anfang an durchaus kritisch begleitet — zuletzt etwa am 22. Januar in einem Beitrag zu den aktuellen Klick-Zahlen des Portals. Mit Blick auf die bislang eher unbefriedigenden Page Impressions musste unser Gast denn auch eingestehen: “Das flitzt noch nicht so richtig!” Als Hauptgrund führte er die üblichen Schwierigkeiten bei der Etablierung einer neuen Marke an, verwies aber auch auf unerwartete technische Probleme während der Startphase. Anlass zu konzeptionellen Änderungen sieht er aber nicht: “Da sind wir stur!” Und: “Wenn wir bis zum Sommer so weitermachen wie bisher, dann sind wir da, wo wir hin wollen.” Die MeMo-Redaktion wird das im Auge behalten. Auch auf diesem Wege noch einmal: Danke für die lebendige Diskussion!

“Unter Druck!”

Bereits seit einiger Zeit laufen die Vorbereitungen für eine Sportjournalismus-Konferenz, die das Dortmunder Institut für Journalistik am 15. und 16. Februar 2008 gemeinsam mit dem Sportnetzwerk veranstaltet. Gerade ist mir ein aktueller Flyer auf den Schreibtisch gesegelt. Das Programm, das meine Kollegin Stefanie Opitz mit ihrem Planungsteam auf die Beine gestellt hat, ist wirklich beachtlich. Bislang haben fast 40 Moderatoren und Referenten zugesagt, die im Dortmunder Erich-Brost-Haus unter dem Motto “Unter Druck!” zum Thema Qualitätssicherung im Sportjournalismus sprechen werden — darunter u. a. Andrew Jennings, David Walsh, Michael Schaffrath, Claus Eurich, Hans Leyendecker, Michael Steinbrecher, Kai Pahl und andere. Wie ich höre, sind noch einige (wenige) Restplätze frei. Interessierte können sich hier anmelden.

Randnotiz

Am heutigen Sonntag ist die jährliche Winterlaufserie der LG Hamm gestartet. Auch ich war wieder dabei und habe mich mit 1300 anderen Läufern bei konstantem Nieselregen über den matschigen 10-Kilometer-Parcours gequält. Hier ausführlicher über diese Veranstaltung zu berichten, lohnt sich nicht — zumal meine persönliche Zielzeit eher unterdurchschnittlich war. Festhalten möchte ich aber eine kleine Randnotiz: Erst als ich nachmittags wieder zu Hause saß und meine Unterlagen sortierte, fiel mir auf, dass die Veranstalter mich diesmal nicht in der Hauptklasse gewertet haben, sondern erstmals bei den “Senioren” in der Klasse M30. Das hinterlässt einen merkwürdigen Nachgeschmack. Glücklicherweise fehlt mir momentan die Zeit, mich genauer damit auseinanderzusetzen…

Weblogs als Quelle journalistischer Recherche

Christoph Wiemers und ich haben an diesem Wochenende für die Lehrredaktionen am Dortmunder Institut für Journalistik ein zweitägiges Weiterbildungsseminar zu den Wechselwirkungen von Weblogs und Journalismus angeboten. Grundlage war ein Aufsatz zu den Potenzialen von Weblogs als Quelle journalistischer Recherche, den ich im vergangenen Jahr für einen Sammelband zur Quellenkritik in Wissenschaft und Journalismus verfasst habe. Der Band wird derzeit von Udo Branahl ediert.

Mein Text richtet sich gezielt an Journalistik-Studierende und versteht sich dementsprechend als Einführung in das Thema. Auf eine eigene Empirie habe ich bewusst verzichtet und stattdessen die verfügbare Literatur zum Thema zusammengetragen und ausgewertet. Wesentlich war mir eine möglichst große Praxisnähe, die vor allem in den zahlreichen Fallbeispielen im letzten Hauptteil des Aufsatzes zum Tragen kommt. Sie sollen (angehenden) Journalisten verdeutlichen, welche Möglichkeiten, aber auch welche Probleme Weblogs mit sich bringen, wenn sie als Instrument zur journalistischen Informationsbeschaffung eingesetzt werden.

Die Resonanz auf den Text, den ich innerhalb der Veranstaltung erstmals in größerer Runde vorgestellt habe, war insgesamt sehr positiv. Nichtsdestotrotz möchte ich ihn gerne auch hier (als Preprint) zur Diskussion stellen. Bis zur Veröffentlichung in gedruckter Form werden sicherlich noch ein paar Monate vergehen. Über kritische Anmerkungen, die zur Verbesserung des Aufsatzes beitragen, würde ich mich daher sehr freuen.

Birth of the Coole

Coole Park

Die Idee zu coolepark.de treibt mich schon seit einiger Zeit um. Eine eigene, unabhängige Publikationsplattform im Internet erschien mir zuletzt immer wichtiger — aus beruflichen und privaten Gründen.

Aus beruflicher Perspektive macht ein Weblog nicht nur als öffentlich zugänglicher Speicher Sinn, der Informationen aufnimmt und dokumentiert, die im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit als Journalist und Kommunikationswissenschaftler von Bedeutung sind. Gleichzeitig verstehe ich diese Seite auch als Experimentierkasten und Skizzenblatt. Hier können auch solche Beiträge ventiliert werden, die über das Ideenstadium noch nicht hinausgelangt sind. Hier können sie in Ruhe reifen — oder durch kreativen Input von außen weiterentwickelt werden.

Als Privatperson sehe ich in diesem Blog vor allem ein Instrument der Kommunikationshygiene. Angesichts der zahlreichen und gerne zitierten Pauschalschmähungen, derer sich die Blogosphäre immer wieder erwehren muss (Weblogs als “privater Tabledance” und als “Klowände des Internets“), mag das überraschen. Doch letztlich geht es mir vor allem um dies: um eine Möglichkeit des Rückzugs und der Reflexion, mit dem Ziel, die Gedanken zu ordnen und sie möglichst widerspruchsfrei, ökonomisch und verständlich zu artikulieren und zu diskutieren. Auch hierbei bitte ich um Mitwirkung künftiger Kommentatoren.

In diesem Sinne öffnet Coole Park allen Gästen seine Pforten. “Here, traveller, scholar, poet, take your stand“!

Foto: Mark Grealish